Montag, 27. Oktober 2014

Ein Ausflug in die Geschichte - Das Haus

Das Haus

Hütten waren ja wirklich schon ganz nett, hatten aber die Neigung, bei schweren Stürmen um zu fallen oder bei jeder Gelegenheit ab zu brennen, vorausgesetzt es regnete gerade nicht, denn dann tropfte es überall hinein so dass an ein wärmendes Feuer überhaupt nicht zu denken war.

Also erfand der Mensch das Haus. Fest gebaut aus Steinen die er fand, später auch aus selber gemachten. Darüber kam ein Dach das schön dicht hielt, mal aus Schindeln, mal aus Ziegeln, je nachdem was gerade am einfachsten verfügbar war. Als dann auch noch die Glasfenster erfunden waren schien das Haus perfekt zu sein. Allerdings musste das Haus immer noch beheizt werden, jedenfalls in unseren Breiten, was so lange kein Thema war bis ein paar Ölscheichs am Hahn drehten und unsere Brennstoffe ziemlich teuer wurden.
Nun war der ganze Erfindungsreichtum des Menschen gefragt damit er nicht sein sauer erspartes Geld für die Erwärmung des Hauses ausgeben musste. Also sagte er sich: „Ich muss den ganzen Winter heizen, überall verliere ich die Wärme. Vielleicht kann ich ja den Wärmeverlust reduzieren?“. Und dann fiel ihm der gute alte Wollpullover von Tante Emma ein, den sie ihm gestrickt hatte. So etwas, dachte der Mensch, so etwas müsste es auch für das Haus geben.
Nach einigen Versuchen, Wollpullover für ein ganzes Haus zu stricken war einfach zu mühsam, kam der Mensch darauf sich Dämmplatten ans Haus zu kleben und diese dann zu verputzen.

Das erste Wärmedämmverbundsystem war geboren!

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Wieder mal WDVS - Kritik

Diesmal auf der Seite einer Bauunternehmerin. Eine, die sogar mehrere Preise abgeräumt hat. Thesen werden aufgestellt von einer Professorin! Die muss doch Bescheid wissen, oder?

Leider werden hier wieder einmal die sattsam bekannten Vorurteile gegen WDVS aufgrollt und nicht näher begründet. Hier der ganze Beitrag:

http://www.eberlebau-landau.de/serviceblog/2014/01/28/kritische-betrachtung-ueber-waermedaemmsysteme-kurz-wdvs/

Da sind natürlich einige Stichworte drin die man so nicht stehen lassen kann.

Uniformität!
Ja kommt vor! Leider viel zu oft. Komisch nur das der Vorwurf von einer Architektin kommt. Architekten haben doch in den vergangenen Jahrzehnten Häuser entworfen und dabei die Handwerker nur als Erfüllungsgehilfen betrachtet.

Zuständigkeit!
Wohl nichts was man einem Dämmsystem vorwerfen kann. Hier ist die Politik gefragt. Allerdings wird es wohl im Rahmen der europäischen Gestzgebung immer schwierig, die Freizügigkeit einzuschränken.

Lebensdauer!
Hier werden mal locker flockig gerade mal 40 Jahre Lebensdauer postuliert! Woher kommt diese Zahl? Fest steht, WDVS gibt es in Deutschland seit 60 Jahren und die Verarbeitung wurde mit den Jahren immer besser (Anputzleisten, Putzsysteme). Auch werden die Systeme immer strenger überprüft. Ich selber habe während meiner Lehrzeit und auch in den Jahren danach (Ende 70er, Anfang 80er Jahre WDVS als Malergeselle verbaut die heute noch existieren, zum Teil evtl. heute aus energetischer Sicht eine Aufdoppelung nötig hätten. Auch monolithische Fassaden müssen von Zeit zur Zeit renoviert werden!

Entsorgung!
Warum etwas entsorgen das funktioniert? Wie oben beschrieben kann ein WDVS renoviert oder aufgedoppelt werden. WDVS aus EPS sind abgesehen davon sehr gut für eine Wiederverwertung geeignet. Fakt ist, das es heute keine geeigneten Anlagen dazu gibt aus einem ganz einfachen Grund: Es besteht kein bedarf. Wenn es notwendig wäre, Millionen von Quadratmetern abzureißen und dem Recycling zuzuführen dann würde das geschäft gemacht werden, das steht für mich außer Frage. nur, wo keine Nachfrage da auch kein Angebot.

Energieeinsparverordnung!
Energie die nicht benötigt wird ist nun einmal die billigste Energie. Einer energiegewinnenden Architektur steht dies jedoch nicht im Weg. Da gibt es ganz andere Stellschrauben an denen Architekten und Politiker drehen können. Stichwort "dezentralisierte Energieversorgung" usw.

Fazit:
WDVS sind kostengünstig, haben überschaubare Amortisationszeiten und können, wenn sie vernünftig geplant werden, auch ästhetisch überzeugen. Die Fantasie der Planer ist gefragt, der Mut der Bauherren und der politische Wille, uns von Energieimporten unabhängig zu machen.

Ein Ausflug in die Geschichte - Die Hütte

Die Hütte

Aber die Menschheit breitete sich bald in alle Richtungen aus und so wurden die ersten mobilen Wohneinheiten gebaut, nämlich die Zelte. Die konnte man überall hin mitnehmen und aufbauen, wo es einem gefiel. Heizen konnte man auch, aber da der Wind durch die dünnen Zeltbahnen pfiff war es nie so schön und behaglich wie in der heimischen Höhle. Nach einigem Herumexperimentieren konnten die Menschen aber Hütten bauen. Stabile Gebäude aus Holzpfeilern und mit Lehm verkleidet. Diese hielten nicht nur besser warm sondern sorgten auch für Schutz gegen wilde Tiere. Dadurch waren die Menschen nicht mehr so flexibel wie mit den Zelten, aber trotzdem wurden immer weitere Gebiete erschlossen und der Mensch kam in Europa an.
Dort war es teilweise bitterkalt, aber der Erfindungsreichtum der Ureinwohner war groß. Also wurden Bäume gefällt und aus den dicken Ästen und den Stämmen stabile Hütten gebaut. Die Ritzen wieder mit Lehm verstopft, und fertig war die Behausung.

Dienstag, 21. Oktober 2014

WDVS brandgefährlich? Fakten zur Sendung Panorama des ARD


Immer wieder wird von der "Brandgefährlichkeit" der WDVS Fassaden geschwurbelt. Dabei werden seit fast 3 Jahren immer wieder die gleichen 4 Beispiele von Hausbränden gezeigt. Warum eigentlich?


In Bayern (ich habe keine bundesweite Statistik gefunden) gab es 2012 21.000 Brände. Dabei mussten 1377 Personen gerettet werden, für 61 kam jede Hilfe zu spät. Bundesweit müssten man die Zahlen hochrechnen, aber mit über 12 Millionen Einwohnern dürfte Bayern schon repräsentativ sein.

Ungefähr ein Viertel bis ein Drittel des Deutschen Gebäudebestandes sind mit einem WDVS gedämmt, davon wiederum ca. 80 % mit Polystyrol-Hartschaum, der Rest mit nicht brennbaren Dämmstoffen. Aber man muss auch wissen, das der typische Hausbrand in einer Wohnung beginnt und sich erst nach dem sog. Flashover, einem durchzünden brennbarer Gase die bei einem zuvor stattgefundenen Schwelbrand entstanden sind, innerhalb und außerhalb des Gebäudes fortpflanzt. Die meisten Bewohner dürften also bereits gestorben sein (nämlich meistens erstickt) bevor der Brand sich überhaupt auf die Fassade ausgewirkt hat.

Übrigens gab es in Bayern 2012 1529 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, kein Mensch kommt auf die Idee, das Autofahren zu verbieten.

Quelle für die Statistiken:
http://www.innenministerium.bayern.de/assets/stmi/sus/feuerwehr/id2_14_03_fw_statistik_2012_20130830.pdf

Montag, 20. Oktober 2014

Ein Ausflug in die Geschichte - Die Höhle

Die Höhle

Aller Anfang ist schwer, dachten sich die ersten Urzeitmenschen als sie von den Bäumen herunter gestiegen waren. Nachdem sie den ganzen Tag auf der Jagd nach Tieren durch die Savanne geschlichen, oder auf der Suche nach essbaren Früchten durch das Gebüsch gekrochen waren, suchten sie nach einem Ort an dem sie geschützt die Nacht verbringen wollten. Sehr schnell stellte sich heraus, dass der Erwerb einer Immobilie, genannt Höhle, sehr vorteilhaft wäre. Damals gab es kein Geld und schon gar keine Immobilienkredite, und so mussten die ersten Menschen um ihre Höhlen kämpfen. Manche sagen, das sei auch, trotz oder gar wegen der Immobilienkredite, heute noch so.

Nachdem missliebige Neandertaler und gefräßige Säbelzahntiger verjagt waren ging es an die Wohnungseinrichtung. Betten aus Zweigen, Gräsern und Moos waren schnell herangeschafft und mit ein paar Wandmalereien machte es man sich gemütlich. Allerdings fehlte in der Nacht die Wärme, denn die Höhlen waren ja im Fels und die Eingangstür bestand bestenfalls aus ein paar dünnen Tierhäuten. Schließlich entdeckte man das Feuer und die erste Zentralheizung war installiert.

... und weiter geht's

Eigentlich war dieses Projekt ja fast schon sanft  entschlummert, aber als der 60000. Besucher diesen Blog angesehen hatte kam ich doch ins Grübeln.

Ich habe dann die ganze Sache überdacht und bin zu folgendem Entschluss gekommen:

Ich schreibe weiter. Aber aus den losen Folgen dieses Blogs soll  etwas Größeres entstehen. Deswegen werde ich versuchen, ein paar Geschichten über die Wärmedämmung zu erzählen und dabei auch versuchen, die Wärmedämmung zu erklären. Dabei soll an dieser Stelle viel Neues, aber auch zum Teil schon Gepostetes in einem Strang erscheinen um das Thema halbwegs erschöpfend zu beleuchten.

Natürlich darf da eine Bitte des Autors nicht fehlen: Beteiligen Sie sich an einer fairen und sachlichen Diskussion. Gerne werde ich auch an dieser Stelle Fragen beantworten. Also Feuer frei!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Einem guten Kollegen und Social Media Experten stand ich Rede und Antwort. Das ganze Interview mit Matthias Schultze könnt ihr auf dem Blog von Maler Heise nachlesen.

http://blog.maler-heyse.de/2013/10/03/waermedaemmung-wdvs-ist-nachhaltig-und-sinnvoll-wir-fragen-einen-experten/

Dienstag, 4. Juni 2013

Keine Mehrvergütung für Auftragnehmer bei unklarer Leistungsbeschreibung

Das Oberlandesgericht Naumburg hat entschieden - und zwar zu Ungunsten der Handwerker. Diese müssen nun auch ohne Vertragsabschluß massiv in Vorleistung gehen.
Aus einem Artikel, erschienen in Meistertip Newsletter:

Ist die Leistungsbeschreibung bzw. das Leistungsverzeichnis unklar und/oder lückenhaft, muss der Auftragnehmer vor der Abgabe seines Angebotes beim Auftraggeber nachfragen, anderenfalls kann er für spätere Erschwernisse oder Ergänzungen bei der Bauausführung keine Vergütung verlangen.
Der Auftragnehmer ist verpflichtet, Unklarheiten und Lücken in der Leistungsbeschreibung vor Abgabe seines Angebotes durch Rückfrage beim Auftraggeber aufzuklären. Das gilt nicht nur dann, wenn er die Unklarheit bzw. die Lücken tatsächlich erkannt hat, sondern auch, wenn diese erkennbar waren. Der Auftragnehmer darf insbesondere nicht die Lücken oder Unklarheiten durch für ihn günstige Annahmen bei der Kalkulation ausnutzen und damit seine Aussichten auf einen Zuschlag erhöhen. Klärt er nicht auf, kann er für später notwendige Erschwernisse oder Zusatzleistungen keine Vergütung verlangen.
Das Gleiche gilt, wenn den Ausschreibungsunterlagen Pläne beigefügt sind oder auch auf einzusehende Pläne verwiesen wird. Aus diesen Plänen ersichtliche oder erkennbare Schwierigkeiten muss der Auftragnehmer ebenfalls im Rahmen seines Angebotes bei der Kalkulation berücksichtigten und auch hier notfalls für Aufklärung bei Auftraggeber sorgen.
Dies hat das Oberlandesgericht Naumburg erneut so entschieden.

Damit wurde den Handwerkern jetzt ein riese Ei ins Nest gelegt. Jeder Auftragnehmer hat nun vor Abgabe seines Angebotes alle Umstände aufzuklären. Ich hoffe, das Handwerkskammern und Innungen die Sache weiter verfolgen und auch vor das BGH gehen um dieses Urteil anzufechten.

Freitag, 3. Mai 2013

Absolut bemerkenswert: Maler Heyse!

Meiner Meinung nach einer der besten Social-Marketing Männer im Bereich des Malerhandwerks ist Matthias Schulze vom Malerbetrieb Heyse.  Was der auf seinem Blog und in den sozialen Netzwerken treibt ist Marketing vom Feinsten.

Neuestes Beispiel hier

Aber es steckt natürlich mehr dahinter als nur Sprücheklopferei. Ohne ansprechende Malerarbeiten würde das alles nicht funktionieren. Aber so hebt sich der Malerbetrieb von der Masse ab und agiert äußerst erfolgreich. Respekt!

Montag, 29. April 2013

Grundsätzlich .... Untergrund #2

In meiner kleinen Reihe über die Untergrundprüfung möchte ich heute über die einfachen Prüfinstrumente sprechen die jeder hat oder problemlos mitnehmen kann. Damit kann man schon eine Menge anfangen und die meisten Untergründe beurteilen.

Die einfachsten Prüfgeräte sind Hand und Auge. Mit der Hand kann man eine Wischprobe machen und feststellen ob der Untergrund kreidet. Man kann mit den Fingernägeln kratzen - springt Farbe ab liegt sicher kein tragfähiger Untergrund vor. Mit dem Auge kann die Rauhigkeit beurteilt werden, man kann Löcher erkennen, Risse und dergleichen mehr.

Ein weiteres, einfaches Prüfinstrument ist die Sprühflasche. Damit kann man den Untergrund einsprühen und schon viel über die Saugfähigkeit des Untergrundes erfahren. Saugt der Untergrund das aufgesprühte Wasser schnell weg? Perlt das Wasser ab? All dies sind wichtige Hinweise.

Zu guter letzt kann man mit einem Taschenmesser, dem Autoschlüssel oder auch einer Geldmünze feststellen ob eine bereits gestrichene Farbe Kunstharzanteile enthält. Wenn sich bei einer Kratzprobe mit diesen Instrumenten ein bleistiftartiger Strich abzeichnet dann sind Kunstharze, sprich Dispersionen im Spiel. Gut zu wissen wenn man beispielsweise bei Fassade oder auch einer Innenwand vor der Frage steht mit welchem Material überarbeitet werden soll.